Quelle: Kino.de
Als „Assassin’s Creed“ 2007 erschien, startete Ubisoft eine neue Spielreihe, die historische Schauplätze mit einer Science-Fiction-Rahmenhandlung verband. Der erste Teil führte Spieler in die Zeit der Kreuzzüge und stellte den Assassinen Altaïr in den Mittelpunkt. Gleichzeitig begann eine übergeordnete Geschichte um Desmond Miles, der mithilfe der Animus-Technologie die Erinnerungen seiner Vorfahren erlebt. Seitdem hat sich die Reihe über viele Jahre hinweg stark verändert – sowohl in ihrer Struktur als auch im Gameplay.
Die frühen Jahre
Der erste Teil legte die Grundlagen der Serie. Spieler bewegten sich frei durch historische Städte, kletterten über Dächer und planten Attentate auf wichtige Ziele. Besonders das Parkour-System und die offene Gestaltung der Städte galten als auffällige Elemente des Spiels.

Das historische Florenz in seiner vollen Blüte. Quelle: BlackNut
Mit „Assassin’s Creed II“ (2009) entwickelte Ubisoft das Konzept deutlich weiter. Die Geschichte wechselte in die italienische Renaissance und stellte Ezio Auditore als neuen Protagonisten vor. Neue Spielmechaniken, Nebenaktivitäten und eine deutlich umfangreichere Welt sorgten dafür, dass dieser Teil häufig als einer der wichtigsten der Reihe gilt. Insbesondere da er zwei Erweiterungen erhalten hat, konnten sich die Spieler immer besser mit Ezio identifizieren und in sein Leben eintauchen.
Auch die übergreifende Handlung spielte in dieser Phase eine größere Rolle. Die Geschichte um Desmond Miles und den Konflikt zwischen Assassinen und Templern wurde über mehrere Spiele hinweg fortgeführt. Sie verband die verschiedenen historischen Settings miteinander und bildete den erzählerischen Rahmen der Serie.

Connor erkundet Amerika. Quelle: Playstation
Mit „Assassin’s Creed III“ (2012) erreichte dieser Handlungsstrang einen zentralen Abschluss. Das Spiel spielte während der Amerikanischen Revolution und brachte gleichzeitig die Geschichte von Desmond Miles zu einem Ende.
Neue Schauplätze und Experimente
Ganz nach Piratenmanier wird Ausschau nach Festungen und Schätzen gemacht. Quelle: Die Zeit
Nach dem dritten Teil veröffentlichte Ubisoft weiterhin regelmäßig neue Spiele der Reihe. Titel wie „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ (2013) verlagerten den Fokus stärker auf andere Aspekte des Gameplays, etwa auf Seeschlachten und die Erkundung großer Meeresgebiete. Besonders dieser Teil hat die Fans stark in Ihren Bann gezogen, da es einen ganz neuen Ansatz brachte. Durch diese Beliebtheit ist es kein Wunder, dass dieses Jahr ein Remake angekündigt wurde – erleichtert um die „realen“ Aufträge, so dass man sich nur auf die wesentliche Story konzetieren kann.
In den folgenden Jahren erschienen mehrere weitere Teile, die jeweils neue historische Epochen aufgriffen – darunter das viktorianische London in „Assassin’s Creed Syndicate“ (2015). Gleichzeitig entfernte sich die Serie zunehmend von der ursprünglichen Struktur, die stark auf Attentate und das heimliche Vorgehen ausgelegt war. Bereits in diesem Teil konnte ich persönlich eine starke Veränderung wahrnehmen, was den Schwierigkeitsgrad angeht. Die Parkoure sind deutlich einfacher geworden, es wurde schwieriger zu fallen.
Der Wandel zum RPG

In den weiten Ägyptens bewegt sich der Protagonist auch mal mit dem Reittier. Quelle: GameStar
Mit „Assassin’s Creed Origins“ (2017) begann eine deutliche Neuausrichtung der Reihe. Ubisoft führte umfangreiche Rollenspielelemente ein, darunter Levelsysteme, Ausrüstung mit unterschiedlichen Werten und eine größere offene Spielwelt.
Auch die folgenden Titel „Assassin’s Creed Odyssey“ (2018) und „Assassin’s Creed Valhalla“ (2020) setzten stark auf diese RPG-Struktur. Die Spielwelten wurden deutlich größer, Nebenquests spielten eine größere Rolle und Entscheidungen im Dialogsystem erhielten mehr Gewicht.
Parallel dazu rückte die ursprüngliche Gegenwartsgeschichte der Reihe stärker in den Hintergrund. Zwar existiert weiterhin eine moderne Rahmenhandlung, sie spielt jedoch im Vergleich zu den frühen Spielen eine deutlich kleinere Rolle.
Persönliches Fazit
Über fast zwei Jahrzehnte hinweg hat sich „Assassin’s Creed“ von einem eher fokussierten Stealth-Actionspiel zu einer groß angelegten Open-World-RPG-Reihe entwickelt. Ubisoft nutzt die Marke weiterhin, um unterschiedliche historische Epochen zu erkunden und große Spielwelten zu gestalten.
Persönlich gefällt mir diese Entwicklung allerdings nicht in allen Punkten. Die frühen Spiele hatten mit ihren Attentatsmissionen, den kompakteren Städten und der übergreifenden Desmond-Geschichte eine klarere Struktur. Besonders die Handlung rund um Desmond Miles verband die einzelnen Teile miteinander und gab der Serie einen roten Faden. Hier hoffe ich darauf, dass irgendwann wieder eine reale Story aufgenommen wird, aber anhand der aktuellen Entwicklungen, gehe ich eher nicht davon aus.