Quelle: "https://www.gameswirtschaft.de/gamescom/gamescom-2019-bilanz-ausblick-2020/"
Wenn man ein bisschen in der Bubble der Gamescom steckt, dann kommt einem dieser Satz immer wieder vor die Nase. Gepaart wird dies oftmals mit „in Leipzig war noch alles gut“, ein Satz, den Nostalgieliebhaber immer mal gerne vor sich hinwerfen und in der Vergangenheit schwelgen.

Butter bei die Fische…
Die Gamescom hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, sei es die Art der Austeller oder das Konzept, welches mittlerweile Trading Card Games mehr Fläche bietet und ein neues Konzept, um die Influencer besser zu steuern. Die Kritik bleibt jedoch fast immer die Gleiche: die Hallen sind überfüllt, die Messe wird zur Influenceraparty und die Preise für Wasser steigen in das Unermessliche.
Aus meiner Sicht ergibt die Wandel durchaus Sinn. Der Markt für Trading Cards ist in den letzten Jahren unfassbar gestiegen, was unter anderem durch die Corona Pandemie ausgelöst wurde. Mit Disney Lorcana kam vor wenigen Jahren ein komplett neues, gigantisch aufgebautes Spiel dazu, welches jung und alt verbindet, während Magic und Yugioh ein Allzeithoch erreichen.
Gleichzeitig steigt der Anteil der Mobile-Games deutlich an, da immer mehr Nutzer „mal schnell“ eine Runde spielen wollen, ohne sich direkt vor den PC zu setzen. Kurzlebigkeit von Spielen und Microtransaktionen sind Alltag geworden, was sich auch auf der Gamescom zeigt. Immer mehr kurzweilige Spiele, teilweise Anspielstationen mit Handys eröffnen sich – und, auch wenn ich kein Fan davon bin, ist dies heute Alltag in der jungen Zielgruppe. Ja, wenn du das hier liest, wirst du vermutlich alt sein, denn die Kids von heute sind eher auf Tiktok unterwegs.
Influencer als der Feind
Wenn ein LetsHugo oder ein Schradin durch die Messe zieht, dann kommt es unweigerlich zu einer Traube aus Kindern, die ihnen folgt. Die Gamescom hat aber aus seinen Fehlern – MontanaBlack – gelernt und ein Konzept erarbeitet, welches es den Influencern ermöglicht, sich auf der Messe zu bewegen und etwas zu sehen, aber gleichzeitig den Betrieb nicht völlig zu stören.
Gerade bei den oben genannten Personen sah man dies in den Videos sehr deutlich. Es gab Sicherheitskräfte und Betreuer, die dauerhaft mit der Gamescom verbunden waren. Sobald die Masse zu groß wurde, mussten die Influencer in den gesicherten Bereich zurückkehren, zu dem die Fans keinen Zutritt haben. Aber warum verbietet die Gamescom nicht einfach allen großen Influencern das Erscheinen?
Ich kann natürlich nur vermuten, aber am Ende ist es immer eine Frage der Reichweite. Die Branche schwächelt deutlich, wo es damals eine E3 gab, die stets erwartet wurde, gibt es nun die Blizzcon, eine eigene Convention von Activion und Sony macht auch sein Ding. Sie haben festgestellt, dass die Reichweite, die sie selber erzeugen, absolut ausreichend ist. Wenn die Gamescom nun all die Streams, die Playtestings, etc. verbietet, dann erreicht man durch die Presse nur noch einen Bruchteil der Personen. Influencer beleben die Messe, auch wenn sie euch mal im Weg stehen.
Ich selber bin schon oft bei der Gamescom gewesen und auch ich bin schon mit Influencern zusammen gestoßen. Es hat mich nicht beeinträchtigt.
WASSER KOSTET 45 EURO?!?!?!

Dieses Bild ist mir während der Messe so oft vor die Nase gekommen, wie kein Anderes. Und ja, es ist ein frecher Preis und sollte nicht gezahlt werden, aber am Ende ist es dieser kleine Kiosk auf der Messe und natürlich versucht dieser Kiosk davon zu profitieren, dass Personen nicht aufmerksam sind oder darüber nachdenken.
Die Gamescom hat überall auf der Messe Trinkmöglichkeiten geboten. Wenn ihr den Leitungen der Kölnmesse nicht vertraut und daher Leitungswasser ausgeschlossen habt, dann gab es auch Wasserspender auf den Gängen für euch. Außerdem könnt ihr Getränke auch mit auf die Messe nehmen oder an verschiedensten Ständen Gratis-Getränke abstauben. NIEMAND muss Wasser zu 45 Euro kaufen.
Warum der Hass?
Ich habe mich schon länger gefragt, warum immer dieser Unmut über die Influencer, das Wasser oder die Gamescom an sich herrscht. Und ich denke, dass es der Neid ist. Neid darauf, dass Influencer kostenlos auf die Messe kommen und gewisse Privilegien besitzen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass die Lauten nur eine kleine Gruppe sind, aber eine eben laute Gruppe.
Am Ende empfehle ich, eine eigene Meinung zu bilden, euch die Lage anzuschauen und zu entscheiden, ob die Gamescom der richtige Ort für euch ist. Meine Gruppe und ich, wir gehen für das Ereignis zur Gamescom und nehmen uns Spiele vor, die wir spielen wollen. Ein großes Spiel am Tag und alles weitere sind Benefits, die wir mitnehmen. Gerade die kleinen Spiele sind die unerwarteten Perlen, an die man noch Tage denkt, nicht das neue Fifa.
Und überlegt bitte auch, was mit der Gamescom passiert, wenn die Influencer fehlen und die Reichweite der Publisher weiter sinkt.
Lasst mir gerne eure Meinung da, aber bleibt sachlich.


