Hallendurchblick Halle 6 Quelle: Gamescom.global
Die Gamescom 2026 hat ihr Ende erreicht und wir können Bilanz ziehen, wie sich die größte Gamingmesse in diesem Jahr geschlagen hat. Vorab: wir haben dieses Jahr keine Akkreditierung erhalten und können daher dieses Jahr keine Eindrücke von vor Ort anbieten.
Die Sache mit den sozialen Medien
In den sozialen Medien zeichnet sich jedes Jahr das gleiche Bild der Messe. Überfüllt, überteuert und Wasser zu Preisen von 45 Euro. In Wahrheit hat die Messe in 2026 zwar mit 368.000 Besuchern etwa 11.000 Besucher mehr als noch in 2025 begrüßt, ist aber noch gute 5000 Besucher vom Höchstwert in 2019 entfernt. Gleichzeitig entzerrt sich das Bild etwas, da seitdem deutlich mehr Hallen freigegeben und genutzt sind.
Nichts desto trotz kämpft die Gamescom mit seiner Identität. Wohin möchte sich die Messe entwickeln und was möchte die Messe auf keinen Fall? Ein gutes Beispiel sind die Influencer, die sich auf der Messe befinden und bewegen. Besonders spannend dieses Jahr – MaximalSchradin. In MontanaBlack Art und Weise hat Schradin seine Wege durch die Convention gezogen und dabei eine Traube an Jugendlichen hinter sich versammelt – zum Unmut von Schradin selber. Nach einer Weile zog er die Reißleihne und verließ den öffentlichen Bereich. Zurück bleibt die Frage: wie wird es in Zukunft mit den Influencern weiter gehen? Lässt die Sicherheit zu, dass sich die großen Creator in der Masse bewegen? Welches Konzept wird sich entwickeln?
Eins ist sicher: die Convention entwickelt sich. Mittlerweile gibt es überall Trinkwasserspender, so dass die teuren Preise nicht mitgegangen werden müssen. Die größeren Creator haben Auflagen, wie z.B. LetsHugo, der nicht stehen bleiben durfte, sondern stets in Bewegung sein musste.
Sicherheit
In diesem Jahr konnte man in den sozialen Medien sehr viel von Schlupflöchern lesen. So parkten einige Besucher beim RTL Gebäude, verliefen sich und standen plötzlich im Backstagebereich der Messe, wo die Securitys kein Interesse zeigten. An anderer Stelle waren Securitys nicht darauf geschult, wann gewisse Veranstaltungen stattfinden, so dass Personen das Xbox Fanfest verpassten oder nur verzögert eingelassen wurden. Ein Bild, welches sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete, wo die Gamescom immer wieder gezielt auf Schwarzarbeit untersucht wurde.
Gleichzeitig gibt es immer wieder Unmut über die Taschenkontrollen, die zu lasch sein sollen. Persönlich empfand ich dies auch immer so, habe mich aber nie bedroht gefühlt. Die Scanner, durch die man läuft, prüfen bereits auf gefährliche Gegenstände und bisher wurde ich zumindest an einem der Messetage immer überprüft.
In diesem Jahr gab es allerdings einige Diebstähle von Hardware. Unter anderem betroffen der britische Entwickler Ryan Laley, sowie Tessera Studios und Iam8Bit. Besonders tragisch war, dass die Gamescom für manche dieser Parteien dadurch ein frühes Ende nahm.
Die Gamescom selber hat darauf hingewiesen, dass man sich zusätzliche Securites engagieren könne und seine Hardware versichern müsse, erklärte dies auch zu Einzelfällen. Etwas, was unter den Ausstellern nicht besonders gut ankam.
CD Projekt
Wo es Dunkelheit gibt, da gibt es auch irgendwann wieder Licht. Dieses Licht spendet in diesem Jahr CD Projekt, die nicht nur durch ihre Witcher Ankündigung Fans unter den Fans gesammelt haben, sondern auch bei den Entwicklern.
Dem Entwickler Ryan Laley, der quasi eine Ein-Mann-Firma repräsentiert, haben sie angeboten in den Hardware Archiven zu schauen, wie sie ihm helfen können. Man wolle nicht, dass er bei null anfangen muss. Ein wirklich schönes Zeichen des Zusammenhaltes.
Persönlicher Ausblick
Für mich ist die Gamescom mehr als nur Spiele spielen. Es ist eine popkulturelle Veranstaltung der Extraklasse, die sich positiv entwickelt. Natürlich gibt es Punkte, die einem nicht gefallen oder Momenten, die anders sein könnten. Aber insgesamt ist dies für mich ein riesiges Familientreffen mit spannenden Personen. Im kommenden Jahr wird es mir familiär nicht möglich sein, dabei zu sein, ich hoffe aber sehr auf das Jahr 2028 – hoffentlich als Pressevertreter.


